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Arbeitsrecht 2026: Die wichtigsten Änderungen für Arbeitnehmer:innen im Überblick

2026 steht vor der Tür – und für Arbeitnehmer:innen in Deutschland ändern sich zahlreiche Regeln im Arbeitsrecht. Von mehr Transparenz bei Gehältern bis hin zu einem höheren Mindestlohn gibt es viele Entwicklungen, die deinen Berufsalltag beeinflussen können. In diesem Artikel erhältst du einen kompakten Überblick über die kommenden Neuerungen und was sie für dich bedeuten.

Mehr Transparenz: Das neue Entgelttransparenzgesetz

Ab dem 7. Juni 2026 greift in Deutschland vollumfänglich das neue, auf EU-Ebene beschlossene Entgelttransparenzgesetz. Für viele Beschäftigte ist dies ein großer Schritt in Richtung Fairness am Arbeitsplatz: Unternehmen müssen künftig offenlegen, wie Gehälter strukturiert sind und welche Gehaltsspannen für bestimmte Positionen gelten. Auch müssen Arbeitgeber belegen, dass Männer und Frauen für gleichwertige Tätigkeiten identisch bezahlt werden. Arbeitnehmer:innen erhalten so bessere Vergleichsmöglichkeiten und die Möglichkeit, Ungleichbehandlungen gezielt anzusprechen. Wenn du bisher über dein Gehalt im Dunkeln getappt bist, dürfte diese Änderung Licht ins Dunkel bringen.

Steuerfreie Überstunden auf dem Prüfstand

Die Bundesregierung möchte Arbeit künftig stärker belohnen – ein Vorschlag ist daher, dass Zuschläge für Überstunden steuerfrei werden könnten. Zwar ist diese Änderung noch nicht endgültig beschlossen, wird jedoch spätestens 2026 erwartet. Diese Reform könnte insbesondere für Vielarbeiter:innen bares Geld bedeuten, denn ein größerer Teil der Überstundenvergütung würde netto auf deinem Konto landen. Kritiker merken allerdings an, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Beschäftigten überhaupt in den Genuss spürbarer Entlastungen kommt. Falls du regelmäßig viele Überstunden leistest, lohnt es sich dennoch, die weitere Entwicklung im Auge zu behalten.

Flexiblere Arbeitszeiten: Abschied vom starren 8-Stunden-Tag

Die Bundesregierung prüft die Abschaffung des klassischen, gesetzlich vorgeschriebenen 8-Stunden-Tages. Zukünftig könnte stattdessen eine wöchentliche Arbeitszeitgrenze zum Standard werden. Heißt für dich: Du könntest an manchen Tagen etwas länger arbeiten und an anderen entsprechend ausgleichen, solange die wöchentliche Höchstarbeitszeit und die erforderlichen Ruhepausen eingehalten werden. Dies soll vor allem der Flexibilisierung von Arbeit dienen – ein echter Gewinn, wenn dein Job Flexibilität erfordert oder Privatleben und Beruf besser vereinbart werden sollen.

Mindestlohn, Minijob-Grenze und Rentenregelungen

Der gesetzliche Mindestlohn steigt 2026 in Deutschland auf 13,90 Euro pro Stunde. Dies bringt vor allem Geringverdiener:innen mehr Geld. Gleichzeitig wird der Verdienstgrenze für Minijobs angepasst. Auch für ältere Beschäftigte ändert sich einiges: Der Zuverdienst zur Rente wird attraktiver gestaltet, sodass sich das Weiterarbeiten lohnt. Auf der anderen Seite steigen aber auch die Beitragsbemessungsgrenzen, was für einige Beschäftigte höhere Sozialabgaben bedeuten kann. Für schwerbehinderte Menschen ist ein späterer Renteneintritt vorgesehen, während eine spürbare Verbesserung für Rentner:innen mit moderate Einkünften in Sicht ist.

Stärkerer Schutz: Mutterschutz nach Fehlgeburten

Eine der bemerkenswertesten Neuerungen ab 2026: Der Mutterschutz gilt künftig auch für Frauen, die nach der 12. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden. Damit wird eine langjährige Forderung von Betroffenen- und Frauenverbänden umgesetzt. Das Ziel ist, den Schutz und die Unterstützung in schweren Phasen des Lebens zu stärken und Familien mehr Rückhalt zu geben.

Fazit: Viele Chancen, aber auch Herausforderungen

2026 wird ein Jahr des Wandels im Arbeitsrecht. Insbesondere mehr Gehaltstransparenz, ein höherer Mindestlohn und die Chancen auf steuerfreie Überstunden könnten sich spürbar auf deinen Arbeitsalltag auswirken. Ebenso sorgen flexiblere Arbeitszeitmodelle und ein verbesserter Kündigungsschutz nach Fehlgeburten für mehr Fairness. Zwar bringen nicht alle Reformen unmittelbare Vorteile für jeden, aber sie setzen ein wichtiges Signal: Die Arbeitswelt soll moderner, gerechter und flexibler werden. Es lohnt sich, rechtzeitig über die neue Rechtslage informiert zu sein und Fragen im Betrieb oder mit Beratung zu klären.

Source: https://news.kununu.com/arbeitsalltag/

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