
Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht länger ein Zukunftstrend, sondern längst im Alltag vieler Unternehmen angekommen. Auf dem HR Summit 2025 wurde besonders deutlich: KI transformiert nicht nur einzelne Jobprofile und Prozesse, sondern verändert das Fundament der Arbeitswelt. Was bedeutet das für HR, Geschäftsmodelle und den Umgang mit Beschäftigten?
KI als Gamechanger – Mehr als nur Effizienzsteigerung
Im Rahmen des HR Summit 2025 richtete Prof. Dr. Holger Schmidt den Blick auf die Rolle der KI in Wirtschaft und Arbeitswelt. Seine zentrale Botschaft: Unternehmen sollten KI nicht bloß dazu nutzen, Bestehendes schneller abzuarbeiten. Es geht vielmehr darum, die Arbeit und Geschäftsmodelle von morgen aktiv zu gestalten. Denn KI bietet die Chance, stagnierende Produktivität auf ein neues Level zu heben – und das besonders in wissensbasierten Berufen.
Hierbei steht nicht mehr die abgearbeitete Leistung im Vordergrund, sondern immer mehr das erzielte Ergebnis. Geschäftsmodelle entwickeln sich dahin, dass Unternehmen Resultate liefern – und nicht bloß Zeit verkaufen. Für HR und Führungskräfte heißt das: Die Gestaltung effektiver und innovativer Arbeitsumfelder bekommt einen neuen Stellenwert.
Verschiebungen in der Beschäftigungspyramide
KI sorgt für eine Umwälzung innerhalb der Beschäftigungslandschaft. Hochqualifizierte Kräfte profitieren zuerst: Sie adaptierten neue Technologien, lagern Routinetätigkeiten aus und gewinnen Raum für kreative und strategische Aufgaben. Diese Gruppe wird dadurch noch produktiver und gefragter.
Anders sieht es am unteren Ende der Beschäftigungspyramide aus: Weniger qualifizierte Tätigkeiten stehen durch Automatisierung zunehmend unter Druck. Hier braucht es gezielte Maßnahmen wie Umschulungen und Weiterbildungen, um Arbeitnehmer fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu machen.
Neue Anforderungen an die Personalarbeit
Für das Personalmanagement bedeutet der KI-Einsatz: Flexibilität, Innovationsfreude und permanente Weiterentwicklung sind gefragt. Die Personalfunktion wandelt sich vom klassischen Sachbearbeiter zur strategischen Gestaltungskraft. HR sollte Initiator und Begleiter von Transformationsprozessen sein – von der Einführung neuer KI-Tools bis zur Förderung einer innovationsfreundlichen Unternehmenskultur.
Zugleich steigen die Erwartungen an HR, datenbasierte Entscheidungen zu unterstützen. KI-gestützte Auswertungen helfen etwa im Recruiting, bei der Entwicklung von Mitarbeitenden oder bei der Erkennung von Kompetenzlücken. Voraussetzung: HR-Teams müssen selbst KI-Kompetenzen entwickeln und interdisziplinär handeln.
Vertrauen schaffen und Wandel begleiten
Der Wandel durch KI birgt nicht nur Chancen, sondern auch Unsicherheiten. Mitarbeitende müssen transparent über KI-Anwendungen informiert und in die Veränderung einbezogen werden. HR spielt hierbei eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung von Akzeptanz, der ethischen Gestaltung von Algorithmen und dem Schutz von Daten und Rechten.
Führungskräfte und HR sollten zudem aufzeigen, wie KI menschliche Arbeit sinnvoll ergänzt, Prozesse fairer gestaltet und Möglichkeiten für Fachkräfte schafft. Auf diese Weise kann aus Skepsis Schritt für Schritt Vertrauen entstehen.
Fazit: Proaktive HR ist der Schlüssel zum KI-Erfolg
Fest steht: Der Einfluss der KI auf die Arbeitswelt ist unumkehrbar und vielfältig. Wer den Wandel nur passiv begleitet, läuft Gefahr zurückzufallen. HR ist daher gefordert, die Zukunft aktiv mitzugestalten – durch Weiterbildung, Innovationsförderung und das Schaffen einer Unternehmenskultur, in der Mensch und Maschine zum besten Ergebnis kooperieren. Die Revolution beginnt – und kluge Personalarbeit wird zu ihrem Motor.
Source: https://www.personalwirtschaft.de/news/hr-organisation/wie-ki-die-arbeitswelt-revolutioniert-197857/